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Nesselseide

Cuscuta europaea

  • Familie: Windengewächse – Convolvulaceae (früher Seidengewächse – Cuscutaceae)
  • Wuchsform: Einjährige krautige blattgrünlose Schmarotzerpflanze.
  • Höhe: Der schlaffe gewundene Stängel ist bis zu 1 m lang.
  • Blüte: Strahlig, trichterförmig. Die hellrote-weiße Blumenkrone ist 3-4 mm lang und vier- oder fünfteilig. Die Lappen sind an der Spitze rund und weisen nach schräg oben. Im Trichter der Blumenkrone sind oft kleine Kronblattschuppen. Der fünfteilige Kelch ist farblos. Das verwachsenblättrige Gynoeceum ist zweizählig. Zwei Griffel und Narben. Fünf zwischen den Lappen der Blumenkrone angewachsene Staubblätter.
  • Blätter: Wechselständig, sehr klein, schuppig, dreieckig, an der Spitze rund, hellbraun. (Die auf den Bildern erkennbaren Blätter sind die Blätter der Wirtspflanze).
  • Frucht: Runde dünnwandige Kapsel.
  • Standort: Höfe, an Wirtschaftsgebäuden, Wegränder, Gebüsche an Bachläufen.
  • Blütezeit: Juli-August.

Die einjährige Nesselseide ist eine blattgrünlose Schmarotzerpflanze. Da sie keine Photosynthese betreiben kann und keine Erdwurzeln hat, ist sie völlig abhängig von einer anderen Pflanze, d. h. sie ist ein sog. Vollschmarotzer. Der Keimling unterbricht die Verbindung zum Erdreich, wenn er eine passende Wirtspflanze findet. Findet sich nicht schnell genug eine Wirtspflanze, kann die Pflanze sich fortbewegen, indem sie aus den Zellen ihres Endteils Nährstoffe in die Spitze bringt. So stirbt das Ende des Triebs ab. Die Ansätze der Saugwurzeln entstehen auf der Innenseite des um die Wirtspflanze gewundenen Triebs. Unter günstigen Verhältnissen löst die chemische Reizung durch die Wirtspflanze selbst die Entwicklung der Saugwurzel aus. Mit Hilfe der in die Zellen ihres Wirtes verzweigten Saugwurzel „stiehlt” die Schmarotzerpflanze alles Benötigte, vom Wasser bis zu den Zuckern.

In Finnland gibt es zwei Unterarten der Nesselseide, die sich durch ihren Standort unterscheiden. Die im Vergleich zur namensgebenden Unterart ssp. europaea weniger verzweigte und dünnerstängelige Unterart ssp. halophyta wächst ihrem Namen entsprechend auf Wiesen und Grasflächen am Meeresufer. Als Wirtspflanzen eignen sich bei beiden Unterarten die Große Brennnessel (Urtica dioica), der Gemeine Hopfen (Humulus lupulus) und Dutzende anderer gewöhnlich mehrjähriger krautiger Pflanzen.

In Finnland wachsen auch zwei andere Cuscuta-Arten, die Nordamerikanische Seide (C. campestris) und die Quendelseide (C. epithymum). Die Blüten der besonders bei der Möhre (Daucus carota) schmarotzenden Nordamerikanischen Seide sind gelblich, der Stängel ist gelb und die Narben des Gynoeceums sind knopfartig. Die Narben der besonders beim Klee (Trifolium spp.) schmarotzenden Quendelseide sind besonders lang. Sie sind deutlich länger als die Kapselfrucht der Pflanze.

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