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Nickende Distel

Carduus nutans

  • Familie: Asterngewächse – Asteraceae (Compositae)
  • Wuchsform: Zweijährige krautige Pflanze.
  • Höhe: 30–150 cm. Stängel aufrecht, wenig verzweigt, herablaufend, spitz stachelig, spinnennetzartig behaart.
  • Blüte: Das von den Deckblättern geschützte, halbkugelförmige, 2–6 cm breite Körbchen besteht aus zahlreichen Scheibenblüten. Purpurrote Blumenkrone verwachsenblättrig, röhrenförmig, fünfteilig; ein Lappen länger als die anderen. Kelch zu unverzweigten oder nur schwach verzweigten kurzen Härchen umgebildet. Fünf Staubblätter, Staubbeutel miteinander zu einer Röhre um den Griffel herum verwachsen. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, zwei Narben. Deckblätter überlappen sich in mehreren Reihen, zungenförmig, mit Mittelnerv, mit langen Spitzen und stachelspitzig. Körbchen einzeln, nickend. Körbchenstiele für gewöhnlich kurz, ohne Blattscheide und dicht hell behaart.
  • Blätter: Wechselständig. Blattspreite lanzettlich, fiederspaltig, 6–10 Lappen, Lappen schmal.
  • Frucht: Helle, glänzende, dicke, leicht gekrümmte, 3–5 mm lange Nuss mit 13–24 mm langen, unverzweigten oder nur schwach verzweigten kurzen Härchen an der Spitze.
  • Standort: Ballastabladestellen, Häfen.
  • Blütezeit: Juli–September.

Die stacheligen Kratzdisteln (Cirsium) und Disteln sind ausgesprochen charakteristische Pflanzen auf den von Schafen und Ziegen abgeweideten Grasflächen an der Küste des Mittelmeers. Die Nickende Distel wurde zur Zeit der Segelschiffe auch nach Finnland eingeschleppt und etablierte sich fern von Zuhause auf einigen Ballasthügeln im Hafen des Bottnischen Meerbusens. Der einzige heute noch vitale alte Bestand befindet sich auf der Insel Reposaari bei Pori, wo die Art zum ersten Mal 1874 bemerkt wurde. Im nah gelegenen Tahkoluoto wuchs die Nickende Distel mehr als 30 Jahre lang bis in die letzten Jahre hin. Die Nickende Distel wuchs auch über viele Jahrzehnte in den Hafengebieten von Rauma, Kristiinankaupunki und Oulu, wo sie jedoch nicht mehr gefunden wird. Es besteht Hoffnung, dass die Art im Zusammenhang mit Erdbewegungen wieder aus der Samenbank auftaucht. Der letzte Bestand wurde wegen der Wohnungsbauaktivitäten im Hafengebiet als besonders bedroht eingestuft, aber durch sorgfältige Planung, die Pflege der Standorte und in Zusammenarbeit mit den Anwohnern kann diese ausgesprochen eigenartig aussehende und sehr dekorative Art auch in der finnischen Natur erhalten bleiben.

Dass die Nickende Distel seltener wird, ist bedauerlich, da ihr Blütenstand einer der prächtigsten der finnischen Pflanzenwelt ist: Mit einem Durchmesser von bis zu sechs Zentimeter und so schwer, dass der Stängel sich zu neigen beginnt.

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