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Nickende Schlüsselblume

Primula nutans

  • Familie: Primelgewächse – Primulaceae
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Wurzelstock sehr klein, knollenartig.
  • Höhe: 5–10 cm, in der Fruchtphase bis zu 20 cm. Stängel blattlos, kahler Blütenstiel.
  • Blüte: Blumenkrone trichterförmig, hell blaurot-rosa, mit gelbem Schlund, 10–20 mm breit, verwachsenblättrig, mit schmaler Röhre, fünfteilig, Lappen an der Spitze eingekerbt. Kelch glockenartig, mit deutlichen Riefen. 5 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, eine Narbe. Blütenstand dichte Dolde am Ende des Blütenstiels mit 2–3 Blüten.
  • Blätter: Als Rosette; Stiel lang und schmal, herablaufend. Blattspreite eiförmig – rundlichlänglich, für gewöhnlich mit rundem Grund, ganzrandig – undeutlich gezähnt, saftig, kahl.
  • Frucht: Schmale, sich fünfteilig öffnende, 10–16 mm lange Kapsel, viel länger als der Kelch.
  • Standort: Sandige und steinige Wiesen am Meeresufer.
  • Blütezeit: Juni–Juli.

Die Nickende Schlüsselblume ist in Finnland ausgesprochen bedroht und im ganzen Land geschützt.

Die Vorkommen der Nickenden Schlüsselblume in Finnland beschränken sich auf die Küstenregion des Bottnischen Meerbusens. Die nächsten Standorte der Art außerhalb Finnlands befinden sich an den Küsten des Eismeers und des Weißen Meers. Dieselbe eigenartige Verbreitung weist auch ein Dutzend anderer Wasser- und Strandpflanzen auf. Nach der Eiszeit war ein großer Teil Finnlands von Wasser bedeckt und es bestand für eine kurze Zeit eine Seeverbindung zwischen dem damaligen Bottnischen Meerbusen und dem Weißen Meer oder die Landenge war zumindest sehr schmal. Ab dieser Zeit wurden die sich auf der Seite des Bottnischen Meerbusens angesiedelten Pflanzen wegen der Hebung der Landmasse von ihren Verwandten getrennt und begannen, sich auf eigene Art zu entwickeln. Die finnischen Nickenden Schlüsselblumen werden so als eigene Subspezies angesehen, die nach dem aus Oulu kommenden bedeutenden Arzt und Hobbybotaniker Paavo Jokela als Varietät jokelae bezeichnet wurden (oder ssp. finmarchica var. jokelae). Im Laufe der Zeit könnten sie sich so weit auseinander entwickeln, dass die Nickenden Schlüsselblumen am Eismeer und am Weißen Meer eine eigene Art bilden. Allerdings kann mit den Zugvögeln Samen von einer zur anderen Population getragen werden, was die Unterschiede ausgleicht und den Artenbildungsprozess zumindest verlangsamt.

Die zierlichen violetten Blüten der Nickenden Schlüsselblume zieren die von Zeit zu Zeit unter dem Meeresspiegel liegenden Wiesen am Meeresufer. An der Ostsee gibt es keine nennenswerten Gezeiten, aber Luftdruckunterschiede und Winde bewirken kurzzeitige und unregelmäßige Schwankungen im Meeresspiegel. Besonders starke und lang andauernde Südwinde können an der Küste des Bottnischen Meerbusens eine Flut verursachen. Die Nickende Schlüsselblume ist wie viele andere kleine Pflanzen der Strandwiesen in den letzten Jahrzehnten selten geworden. Grund hierfür sind die Abschaffung der Uferbeweidung und das darauf folgende Zuwachsen. Gleichzeitig haben viele hochwachsende Uferpflanzen von der Eutrophierung profitiert.

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