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Niederliegendes Scharfkraut

Asperugo procumbens

  • Familie: Raublattgewächse – Boraginaceae
  • Wuchsform: Einjährige krautige Pflanze. Hauptwurzel gerade, kurz.
  • Höhe: 20–70 cm lang. Stängel schlaff, verzweigt, kantig, entlang der Kanten hakig behaart.
  • Blüte: Strahlig, 2-3 mm breit. Blumenkrone dunkel rotblau, verwachsenblättrig, trichterförmig, fünfteilig. Am Schlund der Blumenkrone fünf weiße Schuppen, weiter unten 10 Schuppen. Kelch verwachsenblättrig, zweiseitig symmetrisch, fünfteilig, behaart; nach der Blüte größer werdend, zuletzt steif, flach, aus zwei vielfach eingeschnittenen Teilen gebildet, Spitzen der Lappen nach außen zeigend, mit Haken. 5 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel. Blüten achselständig, einzeln – zu zweit.
  • Blätter: Wechselständig, teilweise beinahe gegenständig. Untere Blätter gestielt, obere sitzend. Blattspreite lanzettlich, eher gestutzt.
  • Frucht: Vierteilige Spaltfrucht. Teilfrüchtchen (Klausen) länglich, flach, graubraun, dicht knotig, ca. 3,5 mm lang.
  • Standort: Gärten, Brachland, Kartoffeläcker, Komposthaufen, Stallwände, Algenhaufen.
  • Blütezeit: Mai–August.

Das Niederliegende Scharfkraut ist die einzige Art seiner Gattung und unterscheidet sich mit seinem schlaffen Stängel, den meist zu zweit in den Blattachseln sitzenden Blüten und seinem nach der Blüte größer werdenden Kelch in vielerlei Hinsicht von den typischen finnischen Vergissmeinnichten. Höchstens den jungen Trieb kann man aus Versehen für ein Vergissmeinnicht halten.

Das stickstoffhaltige Standorte liebende Niederliegende Scharfkraut ist für gewöhnlich ein Kulturfolger, der besonders gut hinter Abtritten, an den Wänden von Ställen, auf Misthaufen, Kompostmieten und Kartoffeläckern gedeiht. Ab und an kann man das Niederliegende Scharfkraut auch im Garten, an Ruinen oder ganz natürlich wirkend auf Algenwällen am Meeresufer finden. Wie so manche andere anspruchsvolle Pflanze von Kulturumgebungen auch ist das Niederliegende Scharfkraut mit zunehmender Reinlichkeit des Hofbereichs von Bauernhöfen und dem selteneren Einsatz von Pferden als Arbeitstieren seltener geworden.

Vereinzelt kann man das Niederliegende Scharfkraut in ganz Finnland antreffen, seine Verbreitung ist jedoch eindeutig zweigeteilt: Es wächst einerseits im Schären- und Küstengebiet Südwestfinnlands, andererseits im Norden Finnlands und in Lappland. Die südlichen Vorkommen könnten genauso alt sein wie die Landwirtschaft dieser Gegend auch. Man vermutet, dass das Niederliegende Scharfkraut erst später zusammen mit russischem Getreidesaatgut in den Norden gelangte. Das Niederliegende Scharfkraut verbreitet sich leicht: Der die reifenden Teilfrüchtchen im Innern verbergende, am ehesten einem winzigen Ahornblatt ähnelnde Kelch bleibt mit seinen mit Hakenenden besetzten Lappen leicht hängen. Weil der Stängel beim Trocknen auch noch schnell abbricht, können sich Stücke davon mitsamt den Teilfrüchtchen leicht auch als Ganzes an vorbeikommende Tiere oder Menschen anhängen. Da sich das Niederliegende Scharfkraut so leicht ausbreitet, ist es nach wie vor schwer zu verstehen, wieso es nicht in ganz Finnland vorkommt. Verschiedene Erklärungen wurden angeboten, aber keine davon klingt sehr überzeugend.

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