© Copyright: Bilder: Jouko Lehmuskallio.
All rights reserved.

Rauhaarlöwenzahn

Leontodon hispidus

  • Familie: Korbblütengewächse – Cichoriaceae (Compositae)
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze.
  • Höhe: 10–40 cm. Stängel blattlos, unverzweigt und mit einem Körbchen, gewöhnlich dicht mit Sternhaaren besetzt (manchmal fast oder ganz kahl).
  • Blüte: Die Blüten bilden von den Deckblättern geschützte blütenartige, 2–4 cm breite Körbchen. Blüten der Körbchen leuchtend gelb (äußerste rotgestreift), zungenförmig, an der Spitze fünfzähnig. 5 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, zwei Narben. Deckblätter überlappen sich, behaart, grün. Körbchen einzeln am Ende des Blütenstiels, Blütenstiel höchstens etwas dicker werdend, Knospen nickend.
  • Blätter: In einer Grundrosette. Blattspreite lanzettlich, fiederspaltig-grob gezähnt, Lappen breit.
  • Frucht: Nuss, an der Spitze mit gelbweißen gefiederten Härchen besetzt.
  • Standort: Nährstoffreiche Trockenwiesen, Heiden, Naturweiden, alte Rodungshalden, Wegränder.
  • Blütezeit: Juni-Juli.

Der Rauhaarlöwenzahn ist in Finnland nicht annähernd so verbreitet wie sein Verwandter, der Herbstlöwenzahn (L. autumnalis). Die Art sollte man besonders auf Flächen alter Rodungskulturen suchen, obwohl sie auch dort allmählich mit zunehmendem Fichtenbewuchs zurückgeht. Der Rauhaarlöwenzahn ist so eng mit den Traditionsbiotopen verbunden, dass man annimmt, dass er aus dem Osten nach Finnland kam, ungefähr vor 4000 Jahren mit der Brandrodungskultur. Der Rauhaarlöwenzahn ist am stärksten auf den besten Weidewiesen und den letzten Rodungshalden Ostfinnlands vertreten. In Westfinnland ist er vereinzelt oder etabliert nur auf sehr kleinen Flächen zu finden und mit dem Zuwachsen der Standorte wird er noch seltener. Stärkere Beschattung hat die Art stellenweise an Wegränder und Böschungen vertrieben.

Die Löwenzähne unterscheidet man am leichtesten durch die verzweigten Blütenstängel und die schmaleren Blätter des Herbstlöwenzahns voneinander. Bei den Löwenzähnen gibt es starke Variationen innerhalb der Art, die allerdings für gewöhnlich die Unterscheidung der Arten voneinander nicht erschweren. In Finnland trifft man den Rauhaarlöwenzahn stellenweise in einer fast oder ganz kahlen Form an. Die Unterschiede in der Behaarung werden offensichtlich nur durch einige Erbfaktoren verursacht und man hielt es nicht für nötig, die abweichende Form als neue Form oder Unterart einzustufen. Die Löwenzähne bedürfen in der Praxis immer der Fremdbestäubung und die verschiedenen Formen kreuzen sich ungehindert miteinander. Bei den nah verwandten Löwenzähne der Gattung Taraxacum und den Habichtskräuter ist die Situation vollkommen anders: Die Samen werden apomiktisch gebildet, ohne Befruchtung, d. h. die Nachkommen sind Kopien der Mutterpflanze und alle auch geringfügigen Änderungen sind daher sehr beständig. Den Rauhaarlöwenzahn kann man auch mit dem (Gewöhnlichen) Löwenzahn verwechseln, aber spätestens mit der Samenreife unterscheidet man sie leicht: Das Fallschirmchen der Nuss des (Gewöhnlichen) Löwenzahns (Taraxacum) hat einen Stiel und die Haare sind einfache Härchen, die Samen des Löwenzahns (Leontodon) werden von einem ungestielten, aus fedrigen Härchen gebildeten Schopf getragen.

Andere Arten derselben Familie

Follow us!



Arten bestimmen!

Sivun alkuun / Top of the page