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Riesenbärenklau

Heracleum mantegazzianum

  • Familie: Doldengewächse – Apiaceae (Umbelliferae)
  • Wuchsform: Zweijährige oder kurzlebige, für gewöhnlich einmal blühende mehrjährige krautige Pflanze.
  • Höhe: 150–320 cm. Für gewöhnlich einstängelig, Stängel grobbehaart, am Stamm rotbraun gefleckt, bis zu 50–100 mm dick, hohl, an den Knotenstellen Zwischenwände. Stechender Geruch.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig (Randblümchen etwas zweiseitig symmetrisch, größer als andere), weiß, 12–25 mm breit; 5 Blütenblätter, an der Spitze tief eingekerbt. Fünf Kelchblätter. 5 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, zwei Griffel, zwei Narben. Blütenstand Doppeldolde, 50–120 Dolden zweiter Ordnung. Hüllblätter der Hauptdolde frühzeitig abfallend, 10–18 Hüllchen der Dolden zweiter Ordnung verbleibend.
  • Blätter: Wechselständig, gestielt, Blattgrund scheidenartig. Blattspreite bis zu einem Meter groß, für gewöhnlich höchstens so lang wie breit, auf der Unterseite dicht behaart-kahl, auf der Oberseite kahl, unpaarig gefiedert, 3–5 Fiederblättchen. Fiederblättchen groß, schmal- und langgefiedert, spitz gezähnt.
  • Frucht: Längliche, zweiteilige, schwach geriefte, 9–11 mm lange Spaltfrucht, Ölgänge deutlich keulenförmig.
  • Standort: Wegränder, Höfe, Parkanlagen, Brachland, Waldränder und Flussufer. Auch Zierpflanze.
  • Blütezeit: August-September.
  • Invasivitätsbewertung: Besonders invasive gebietsfremde Art (Neophyt).

Der Riesenbärenklau ist mit seinen bis zu vier Meter hohen Stängeln und den metergroßen Blättern ein echter Blickfang. Die stattliche Art wurde daher auch als Zierpflanze nach Finnland eingeführt, aber leider ist sie alles andere als unproblematisch. Das Furocumarin in den rauen Härchen des Bärenklaus verursacht zusammen mit Sonnenlicht schwere und schlecht heilende, Brandwunden ähnelnde Verletzungen. Die Ärzte nennen diese Erscheinung Fototoxizität, eine Überempfindlichkeit der Haut gegenüber UV-Strahlung. Sogar der starke Eigengeruch des Bärenklaus kann bei empfindlichen Personen Atembeschwerden und allergische Reaktionen auslösen. Beim Umgang mit der Pflanze sind Schutzkleidung, Augen- und Atemschutz unbedingt nötig.

Der Riesenbärenklau wächst einheimisch nur im Westkaukasus, im hochgelegenen Gebirge. Heutzutage ist er besonders in Südfinnland vielerorts in die Natur ausgewildert. Ein großes Exemplar kann auf einmal bis zu 50.000 Samen produzieren – wenn davon auch nur ein Bruchteil keimt, erbringen die Nachkommen innerhalb von zwei Jahren schon hunderte Millionen Samen. Die ausgewilderten Pflanzenbestände müssen daher auch zu einem möglichst frühen Zeitpunkt vernichtet werden. Nach der Blüte stirbt die Pflanze für gewöhnlich ab, sodass der Riesenbärenklau ausstirbt, wenn er keine Samen ausbringen kann. Die Samen jedoch bleiben über Jahre im Samenpool im Boden erhalten, sodass die Vernichtung umfangreicher etablierter Bestände oft schwierig und langwierig ist. Die Bärenklauarten haben sich vielerorts als solche Landplage erwiesen, dass ernsthaft erwogen wurde, den Verkauf von Pflänzlingen und Samen der Art zu verbieten.

Der mit dem Riesenbärenklau verwandte Persische Bärenklau (H. persicum) ist fast genauso groß, jedoch mehrjährig und oft auch mehrstängelig. Der dicke Stängel des Riesenbärenklaus ist am Grund rotgepunktet, die Farbe des Persischen Bärenklaus ist gleichmäßig rotbraun. Die Lappen der Blätter des Persischen Bärenklaus sind im Vergleich zum Riesenbärenklau breiter und haben stumpfere Zähnchen. Die dritte in Finnland vorkommende Bärenklauart ist die bis zu fünf Meter hoch werdende, aus dem Kaukasus stammende Art H. sosnowskyi. Die Art wurde ursprünglich als Viehfutter gezüchtet und von den Anbauflächen entkam sie in die Natur.

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