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Salzschuppenmiere

Spergularia salina

  • Familie: Nelkengewächse – Caryophyllaceae
  • Wuchsform: Kurzlebige, mehrjährige krautige Pflanze. Wurzel kräftig.
  • Höhe: 5–20 cm. Stängel schlaff–aufsteigend, reich verzweigt, am Grund verholzend, kahl – am Oberteil etwas drüsig behaart.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig, hellrot-weiß, 5–8 mm breit; 5 Blütenblätter, 2,5–5 mm lang, etwa so lang wie die Kelchblätter. 5 Kelchblätter, länglich, gestutzt, häutig berandet, am Grund dunkel. 2–8 Staubblätter (selten 10). Gynoeceum verwachsenblättrig, drei Griffel, drei Narben. Blüten einzeln in den Blattachseln.
  • Blätter: Gegenständig, sitzend, mit Nebenblättern. Blattspreite linealisch, stumpf, kurzborstig, fleischig, hellgrün. Nebenblätter breit dreieckig, hautartig, glänzend, paarweise verwachsen.
  • Frucht: Eiförmige, sich dreiteilig öffnende, 4–6 mm lange Kapsel. Samen mit Blattscheide – ohne Blattscheide.
  • Standort: Meeresufer, Uferwiesen, Klippen, Salzwiesen.
  • Blütezeit: Juni–September.

Die Salzschuppenmiere wächst oft auf Klippen, auf aus dem Wasser herausragenden Steinhaufen und sogar auf zeitweise vom Wasser bedeckten Steinen und Felsen. Sie verankert sich zwischen Steine und in Felsspalten – andere Verwurzelungsmöglichkeiten gibt es meist nicht – mithilfe ihrer kräftigen und tief reichenden Wurzel. Die Pflanze verträgt die Kraft des Wassers, zeitweises Untergehen und das Meersalz gut. Die schlammigen Senken im unteren Teil der Uferwiesen an der Küste bieten ihr als wegen ihrer Kleinheit schwachem Konkurrent Standorte. Besonders im Sommer, wenn der Wasserpegel normalerweise niedriger liegt, bilden sich grünende Schuppenmierenbestände an Lehm- und Schlammufern. Die Art kann sich sogar unter die Zone des normalen Wasserstands ausbreiten, aber diese Exemplare werden meist mit dem steigenden Pegel im Herbst zerstört. Die Salzschuppenmiere gedeiht auch auf den Salzwiesen der Meeresufer, wo der Boden wenig wasserdurchlässig ist und das Salz nicht mit dem Regenwasser ausgespült wird. Im Sommer kann der Boden trocknen und der Salzgehalt weiter ansteigen, manchmal wird der Boden durch die Salzkristalle ganz weiß. Nur wenige Pflanzen gedeihen im Salzgürtel des Ufers, sodass es genug Raum für die kleinwüchsige Salzschuppenmiere gibt. Schwächt sich der Einfluss des Meerwassers ab, geht die vom Salz abhängige Vegetation zurück und verschwindet, während gleichzeitig die Wald- und Sumpfvegetation des Binnenlandes an Raum gewinnt. Die Salzschuppenmiere verschwindet mit zu starkem Absinken des Salzgehalts sowohl an den oberen Teilen der Wiesen am Meeresufer als auch von den salzarmen Buchten und Flusseinmündungen. Stellenweise trifft man sie im Binnenland als fast einzige Pflanze auf sauer toxischen Lehmböden an.

Die Blüten der Salzschuppenmiere öffnen sich nur bei sonnigem Wetter. Manchmal trifft man auf grüne, ungeöffnete, geschlossene sich selbst bestäubende Blüten und die Selbstbestäubung ist wohl auch sonst verbreitet. Bestäubung durch Insekten kommt allerdings vor, was beispielsweise die Kreuzung der Schuppenmierenarten beweist. An ein und derselben Salzschuppenmiere können sich zweierlei Samen entwickeln: Samen ohne Hautrand und häutig berandete Samen – letztere werden wohl besser durch den ständig am Strand wehenden Wind verbreitet.

Mit den Schuppenmieren am Meeresufer muss man aufpassen, da manchmal an den Stränden auch die Rote Schuppenmiere (S. rubra) wächst – und manchmal kann man auch die Salzschuppenmiere vereinzelt im Binnenland finden. Man unterscheidet die Arten beispielsweise durch die Untersuchung der hautartigen Nebenblätter am Blattgrund: Oft ist die Rote Schuppenmiere auch stärker behaart und in ihren Blüten sitzen mehr Staubblätter. Obwohl der finnische Pflanzenbestand recht gut bekannt ist, können besonders die kleinen Pflanzen für Überraschungen sorgen: Erst kürzlich fand man eine dritte, auf Åland wachsende Schuppenmierenart, die Flügelsamige Schuppenmiere (S. media). Von den Nebenblättern her ähnelt die Flügelsamige Schuppenmiere der Salzschuppenmiere. Der Stängelgrund der Flügelsamigen Schuppenmiere ist jedoch im Vergleich mit der Salzschuppenmiere deutlicher verholzend und in ihren Blüten sitzen für gewöhnlich mehr Staubblätter (8–10).

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