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Salzzahntrost

Odontites litoralis

  • Familie: Sommerwurzgewächse – Orobanchaceae
    (früher Braunwurzgewächse – Scrophulariaceae)
  • Wuchsform: Einjährige krautige Pflanze. Hauptwurzel klein. Halbschmarotzer.
  • Höhe: 10–25 cm. Stängel abgerundet vierkantig, eher spärlich fein behaart, schmutzigbraun oder grün; gewöhnlich unverzweigt oder manchmal am Oberteil wenig- und kurzbehaart, Verzweigungen eher aufrecht, meist ohne Blüten.
  • Blüte: Blumenkrone zweiseitig symmetrisch, rot, ca. 10 mm lang, verwachsenblättrig, zweilippig, langröhrig, behaart. Oberlippe ungeteilt oder schwach eingekerbt, an der Spitze gewölbt; Unterlippe dreiteilig, Mittelteil an der Spitze eingekerbt, Seitenlappen an der Spitze rund. Kelch breit glockenartig, vierteilig, Lappen gleichseitig dreieckig, eher gestutzt. 4 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, eine Narbe, Griffel gewöhnlich im Innern der Oberlippe der Blumenkrone verbleibend. Blütenstand halbseitige, anfangs etwas nickende Ähre.
  • Blätter: Gegenständig, kurzstielig, für gewöhnlich etwas kürzer als der Knotenabstand am Stängel. Blattspreite schmal länglich – schmal eiförmig, an der Spitze stumpf, schwach gezähnt, fleischig. Keimblätter oft noch zur Blütezeit vorhanden.
  • Frucht: Längliche, behaarte, 7–9 mm große, sich an den Säumen öffnende Kapsel, länger als der Kelch.
  • Standort: Wiesen am Meeresufer, Schotter- und Felsenufer.
  • Blütezeit: Juli–August.

Den Salzzahntrost trifft man am wahrscheinlichsten im Unter- und Mittelteil von Wiesen am Meeresufer an, die zeitweise vom Meerwasser überschwemmt werden. Er vermag sich auch in einer etwas geschlosseneren Pflanzendecke inmitten anderer Kräuter und Gräser zu behaupten. In gewissem Maße verlangt der Salzzahntrost geradezu nach Gesellschaftern: Wie andere Zahntrostarten auch kommt er allein mit den vom eigenen Wurzelwerk angesammelten Nährstoffen nicht aus, sondern stiehlt zusätzliche Nahrung bei anderen Pflanzen. Weil der Zahntrost selber Photosynthese betreibt und seine Ressourcen durch Diebstahl nur auffüllt, nennt man ihn einen Halbschmarotzer im Unterschied zu den sich ihre gesamte Nahrung von anderen Pflanzen holenden Vollschmarotzern.

Der Salzzahntrost ist im Ostseegebiet eine endemische Pflanze, die man nirgendwo sonst auf der Welt antrifft. Sie hat sich in Finnland in zwei Unterarten differenziert. Fast im gesamten Ostseeraum wächst die gewöhnlich unverzweigte oder höchstens schwach verzweigte Unterart ssp. litoralis. Ihr ganzer Trieb ist rötlich und die Blüten dunkelrot. Die am Finnischen Meerbusen wachsende Unterart ssp. fennicus ist stärker verzweigt als die andere Unterart, sie ist nicht genauso deutlich rotgefärbt und auch die Blüten sind heller rot.

Der Salzzahntrost und besonders die Unterart ssp. fennicus ähneln ziemlich dem verbreitet an anthropogen beeinflussten Stellen wachsenden Roten Zahntrost (O. vulgaris). Auf Uferwiesen können die Arten auch gemeinsam vorkommen. Beim blühenden Roten Zahntrost ragt der Griffel des Fruchtblattes deutlich aus der Blumenkrone heraus, verblüht sind die Kapseln ungefähr so lang wie der Kelch und auch die blütenlosen Triebe kann man anhand der spitz zulaufenden Blätter erkennen.

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