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Scharfe Pfeilkresse

Cardaria draba

  • Familie: Kreuzblütengewächse – Brassicaceae (Cruciferae)
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Mit Wurzelstock. Bildet zusammenhängende Pflanzenbestände.
  • Höhe: 30–50 cm. Stängel am Ende verzweigt, etwas kantig, am Grund kurzbehaart, oben oft kahl.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig, weiß, ca. 0,5 cm breit; vier Blütenblätter, ca. 3–4 mm lang. Vier Kelchblätter. 6 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, eine Narbe. Blütenstand verzweigte, dichte, in der Fruchtphase länger werdende Traube. Blüten duften.
  • Blätter: Wechselständig, untere gestielt, obere sitzend, stängelumfassend, viele. Blattspreite lanzettlich – länglich – umgekehrt eiförmig, spitz gezähnt, graugrün.
  • Frucht: Breit herzförmige, dicke, stachlichspitzige, 3–5 mm lange Schote ohne Blattscheide. Stiel der Schote nach außen zeigend, länger als die Schote.
  • Standort: Wegränder, Schienen, Häfen, Bergabhänge, Brachland, Mülldeponien, Mühlen.
  • Blütezeit: Mai–July.

Wer sich aufmerksam in der Natur bewegt, kann auch in alltäglichen Gebieten exotische Pflanzenbesonderheiten finden. Die Scharfe Pfeilkresse wächst natürlich vorkommend in den Mittelmeerländern und im Nahen Osten, hat sich aber im Lauf der Zeit als Unkraut auf dem Feld in alle Richtungen ausgebreitet. Sie hat weite Gebiete in Eurasien erobert und sich auch als Pflanzenrarität im südlichsten Finnland etablieren können. Sie gehörte schon seit Langem zu den zahlreichen im Ballast eingeschleppten Arten. Möglicherweise hat die Art seit der Ära der Segelschiffe irgendwo überdauert, meistens aber scheint sie erst später entlang der Straßen, hauptsächlich mit ausländischem Getreide gekommen zu sein. Mühlengebiete sind ein traditioneller Schatz für Pflanzen, die von außerhalb Finnlands hierher eingeschleppt wurden. An den Schienenwegen hat sich die Scharfe Pfeilkresse dagegen nur vereinzelt angesiedelt. Dort handelt es sich wohl um einen Stamm, der während des Zweiten Weltkrieges mit dem deutschen Heer zusammen mit Getreide- und Futtertransporten verbreitet wurde.

Der wissenschaftliche Name der Gattung der Scharfen Pfeilkresse ist von dem griechischen Wort kardia, „Herz“, abgeleitet, das ein hervorragendes Merkmal, die herzförmige Schotenfrucht, verrät. Der wissenschaftliche Artenname weist auf die zur Familie der Korbblütler gehörende Gattung der Felsenblümchen (Draba) hin. Die Pflanzen sind nicht besonders nah miteinander verwandt oder sich auch nur halbwegs ähnlich, aber der alte griechische, besonders mit der Scharfen Pfeilkresse verbundene Pflanzenname wurde später einfach als Name für die Gattung der Felsenblümchen verwendet. Die in der finnischen Natur nächsten Verwandten der Scharfen Pfeilkresse sind die Vertreter der umfangreichen Gattung der Kressen (Lepidium). Ihre Blüten sind oft unvollständig: Die Blütenblätter sind verkümmert oder fehlen ganz. Die Blüten der Scharfen Pfeilkresse sind stattdessen groß und riechen deutlich nach Nektar, was dann auch die Insekten stark anlockt. Auch die vegetative Vermehrung über Wurzelsprosse ist wirkungsvoll und die Art bildet schöne Bestände über mehrere Quadratmeter.

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