Scilla mischtschenkoana Scilla mischtschenkoana Scilla mischtschenkoana

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Sibirischer Blaustern

Othocallis siberica

  • Synonym: Scilla siberica
  • Familie: Spargelgewächse – Asparagaceae
    (früher Hyazinthengewächse – Hyacinthaceae)
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Zwiebel klein, eiförmig, mit dunkelvioletter Haut.
  • Höhe: 15–25 cm. Stängel kantig oder flach, blattloser Blütenstiel.
  • Blüte: Blütenhülle strahlig, himmelblau-dunkelblau (selten weiß), 25–30 mm breit, mit fast getrennten Blättern. 6 Blütenblätter in zwei gleichen Wirteln. Sechs Staubblätter, Staubfäden breit, flach. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, drei Narben. Blütenstand lockere Zweigtraube aus 2–5 Blüten, Blüten nickend, an den Blüten manchmal kleine weiße Deckblätter.
  • Blätter: Als Grundrosette, 3–5 Stück. Blattspreite linealisch lanzettlich, an der Spitze segelförmig gebogen, flach, parallelnervig, ganzrandig.
  • Frucht: Kugelförmig runde, dreiteilige, 8–10 mm lange Kapsel.
  • Standort: Höfe, Parkanlagen, Gärten, Sträucher, Wegränder, Laubwälder. Zierpflanze, Überbleibsel des Anbaus und Kulturflüchtling.
  • Blütezeit: (April–)Mai–Juni.

Der Sibirische Blaustern ist ungeachtet seines wissenschaftlichen Namens näher und südlicher beheimatet als in Sibirien, er kommt aus den Wäldern und Strauchgebieten Westasiens. Die Art hat sich in Finnland gut etabliert und färbt mit ihrer Blüte besonders in Südfinnland die Frühjahrswiesen und die Umgebung von Wohngebieten. Der Blaustern wurde in Finnland nachweislich erst recht spät eingeführt, erst im 19. Jahrhundert. Wegweisend auch bei der Etablierung dieser Pflanze waren die Gärten der Gutshöfe und Landhöfe der Oberschicht, um die herum die Pflanze oft noch immer vital wächst, auch wenn die Gebäude selber schon längst Vergangenheit sind. Später verbreitete sich der Anbau des Sibirischen Blausterns auch in die Höfe der kleinen Häuser und Sommerhäuschen des Volkes, in Schrebergärten und auf Friedhöfe – und seither verwilderte er von überall dort in die Natur.

Der Sibirische Blaustern blüht zeitig im Frühjahr, bereits im April–Mai. Er wächst höchstens 10 cm hoch, sodass er sich beeilt, Photosynthese zu betreiben, bevor die höheren Pflanzen ihn in den Schatten stellen. Der gesamte Blaustern ist giftig und daraus wurde u. a. Rattengift hergestellt. Wie viele Gifte haben auch die Alkaloide des Blausterns ihre Kehrseite und richtig dosiert wurden sie als Herzmedikament eingesetzt. Mit dem Sibirischen Blaustern sind vielerlei Annahmen verbunden, die ältesten von ihnen stammen wohl schon aus der Antike: Der wissenschaftliche Name der Blausterne weist auf die in der griechischen Mythologie vorkommende Göttin Skylla hin, eine Schönheit, die zu einem schrecklichen Meerungeheuer verhext wurde. Das abergläubische Volk hielt den Blaustern lange für eine Blume der Hexen und bösen Geister, auf die man nicht einmal treten durfte. Kaum jemand wird das Herz haben, diesen Frühjahrsboten zu zertrampeln, da man seine Schönheit auch ohne den Glauben an Geisterwesen genießen kann.

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