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Sumpfläusekraut

Pedicularis palustris

  • Familie: Sommerwurzgewächse – Orobanchaceae
    (früher Braunwurzgewächse – Scrophulariaceae)
  • Wuchsform: Zweijährige krautige Pflanze. Hauptwurzel kräftig, gerade. Halbschmarotzer.
  • Höhe: 15–40(–80) cm. Stängel fast kahl, oft braunrötlich, für gewöhnlich verzweigt, Verzweigungen oft blütenbesetzt.
  • Blüte: Blumenkrone zweiseitig symmetrisch, rot, manchmal gelbweiß, 15-22 mm lang, verwachsenblättrig, zweilippig, langröhrig. Oberlippe seitlich flach, Spitze stark gewölbt; Unterlippe dreiteilig, Mittelteil kleiner als die Seitenlappen, rund. Kelch kelchartig, zweilippig, undeutlich fünfteilig. 4 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel. Blütenstand lange, im unteren Teil für gewöhnlich lockere Ähre.
  • Blätter: Wechselständig; mit Grundrosette. Rosettenblätter langstielig, Blattspreite dreieckig, doppelt unpaarig gefiedert. Laubblätter kurzstielig, Blattspreite eiförmig – linealisch, fiederspaltig, Lappen gezähnt oder eingeschnitten.
  • Frucht: Eher längliche, spitz zulaufende, braune, sich auf einer Seite öffnende Kapsel.
  • Standort: Meeresufer- und Überschwemmungswiesen, Seeufer, Flussränder, feuchte Wiesen, Sumpfränder, nährstoffreiche Sümpfe.
  • Blütezeit: Juni–August.

Das Sumpfläusekraut ist in Finnland an seinen Standorten verbreitet, kommt aber selten in großen Mengen vor. Seine rotbraunen dekorativen Triebe und die roten Blüten erkennt man schon von Weitem. An den Nektarvorrat des Sumpfläusekrauts gelangen nur die kräftigsten Insekten wie Hummeln und Bienen. Die Hummel muss auf der unteren Lippe der Blumenkrone der Blüte landen, sich in die Blüte hineinschieben und kräftig gegen die obere Lippe drücken, um an den Nektar zu kommen. Auf diese Weise lässt das Insekt die Staubblätter der Blüte hervorschnellen und bestäubt die Pflanze, während es gleichzeitig seine Nektarvorräte auffüllt. Der Pflanzenstängel verholzt und bleibt als Wintersteher erhalten.

Die finnische Bezeichnung für das Sumpfläusekraut, „Sumpfsechseck“, beschreibt treffend sowohl die Standorte der Pflanze als auch ihr Aussehen. In Finnland wird das Sumpfläusekraut in drei Unterarten eingeteilt, die sich u. a. aufgrund ihrer Verbreitung und des Blütezeitpunkts voneinander unterscheiden. Das Sumpfläusekraut (im engen Sinne) (ssp. palustris) ist ein niedrigeres, reich verzweigtes, im Sommer blühendes, großblütiges (18–22 mm), in Süd- und Mittelfinnland vorkommendes Läusekraut. Die Unterart ssp. borealis ist eine in den nördlichen Teilen Nord- und Mittelfinnlands vorkommende unverzweigte Unterart, deren Blüte etwas kleiner ist (ca. 15 mm) und die im Juli blüht. Die Unterart ssp. opsiantha ist reich verzweigt und recht hoch, ihre Blüten sind klein (14–17 mm) und die Pflanze beginnt erst Ende Juli mit der Blüte. Man trifft auch auf Zwischenformen der Unterarten.

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