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Türkenbund

Lilium martagon

  • Familie: Liliengewächse – Liliaceae
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Zwiebel in der Erde.
  • Höhe: 70–150 cm. Stängel steif aufrecht, unverzweigt, am mittleren Teil mit Blättern besetzt, kahl-behaart, grün-violett.
  • Blüte: Blütenhülle strahlig, blaurot-dunkelrot (selten weiß), ca. 4–5 cm breit. 6 Blütenblätter in zwei gleichen Wirteln, zurückgerollt, blaurot- oder braungetüpfelt. Sechs Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, drei Narben. Blütenstand Traube mit 5–10(-20) Blüten, Blüten nickend.
  • Blätter: Am Grund 4–9 Blätter in Quirlen, an der Zweigspitze wechselständig. Blattspreite lanzettlich – verkehrt eiförmig, flach, parallelnervig, ganzrandig.
  • Frucht: Verkehrt eiförmige, sechskantige, dreiteilige Kapsel.
  • Standort: Höfe, Parkanlagen, Gärten, Waldränder, Laubwälder. Zierpflanze, recht oft Überbleibsel des Anbaus und Kulturflüchtling.
  • Blütezeit: Juli–August.

Die natürliche Verbreitung des Türkenbunds umfasst weite Gebiete Eurasiens und erstreckt sich bis nach Estland und im Norden bis zum Zentralural. Zusätzlich hat die Art als Gartenpflanze eine lange Geschichte: In Schweden war sie möglicherweise schon im Mittelalter bekannt, in Finnland ab dem 19. Jahrhundert. Der Türkenbund entflieht leicht aus dem Blumenbeet in die Umgebung von Ansiedlungen und sogar, wie eine Naturpflanze erscheinend, in den Wald. Vorkommen findet man in ganz Finnland, stellenweise hat sich die Art als den hiesigen Verhältnissen gewachsen erwiesen und gedeiht an denselben Stellen schon über Jahrzehnte.

Aus den Samen oder Tochterzwiebeln gewachsene Pflänzlinge können im ersten Sommer mithilfe des einen einzigen, löffelförmigen Blattes Kräfte sammeln. Später entwickelt der Türkenbund im Frühjahr eine dichte Rosette, die sich im Laufe des Sommers zu durch weite Knotenabstände getrennte Blattquirle verlängert. Die Farbe der sich nach Mittsommer öffnenden Blüten variiert von Violett bis Weiß und verschiedenen Rottönen, für gewöhnlich tragen sie zusätzlich dunkle Tupfen. Die stark zurückgerollten Blütenblätter lassen die Blüten turbanartig erscheinen und einer Deutung zufolge hat dies den Anstoß zu dem, von einem „Turban“ bedeutenden Wort abgeleiteten wissenschaftlichen Artennamen gegeben. Die Blüten duften nur am Abend und in der Nacht – die Bestäubung erledigen Schwärmer, die auf der Stelle schwebend den Nektar mit ihrem langen Saugrüssel trinken. Nach der Blüte richtet sich die nach unten zeigende Biegung der Blütenstiele nach oben und die Kapseln kommen in die aufrechte Position. Auch nach dem Verwelken trägt der steif aufrechte Stängel die Früchte über der Schneedecke – der Türkenbund ist ein Wintersteher. Mit dem Wind klappern die Samen gegen die trockenen Wände der Kapseln, bis sie bei einem starken Stoß herausfallen.

Wie der Türkenbund wildert auch die Feuerlilie (L. bulbiferum) aus, allerdings viel seltener und meist an stärker anthropogen beeinflusste Stellen. Die Tigerlilie (L. lancifolium) ist ebenfalls als Zierpflanze bekannt, verwildert aber nicht so leicht.

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