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Ungarische Rauke

Sisymbrium altissimum

  • Familie: Kreuzblütengewächse – Brassicaceae (Cruciferae)
  • Wuchsform: Einjährige krautige Pflanze.
  • Höhe: 30–80 cm. Stängel ab dem Grund nach außen zeigend verzweigt, spärlich behaart, am Unterteil grobbehaart. Später steif aufrecht und blattlos.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig, hellgelb, ca. 1 cm breit; vier Blütenblätter, 5–8 mm lang. Vier Kelchblätter. Gewöhnlich 6 Staubblätter, von denen 4 lang und 2 kurz. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, eine Narbe. Blütenstand in der Fruchtphase länger werdende Traube.
  • Blätter: Wechselständig. Blattspreite tief fiederspaltig, gezähnt, untere Blätter breit eingeschnitten, obere schmal eingeschnitten, ihre Lappen linealisch.
  • Frucht: Sich längs öffnende, 7–10 cm lange, walzenförmige, oft etwas gekrümmte, steif aufrechte, nach außen zeigende Schote mit vielen Samen, an der Spitze gewöhnlich ca. 0,5 mm langer Stachel. Stiel der Schote 5–10 mm lang, so dick wie die Schote.
  • Standort: Brachland, Erdhaufen, Wegränder, Schienen, Häfen, Industrie- und Verladeplätze, Mülldeponien, Meeresufer.
  • Blütezeit: Juli–September.

Kugelförmig verzweigte Pflanzen, die als vom Wind in der Wüste und Prärie herumgewehte Kugeln den Finnen zumindest aus Western bekannt sind. Solche Pflanzen nennt man Steppen- oder Bodenroller. Wenn die Samen gereift sind, brechen die Wurzeln am Wurzelhals ab und sie werden vom Wind transportiert, wobei die Samen unterwegs herausfallen. Manche mehrjährigen Bodenroller können sich sogar wieder neu in der Erde verwurzeln und das Wachstum fortsetzen.

Auch die einjährige Ungarische Rauke verbreitet sich als Bodenroller über ihre Samen, sowohl in ihrer Heimat in den Steppen von Südosteuropa und Westasien als auch als Neophyt in der ganzen Welt, die nordamerikanische Prärie – und das Brachland Südfinnlands eingeschlossen. Sie hat allerdings auch einiges auszustreuen, da in den langen Schoten die Samen überaus zahlreich heranreifen und ein üppig wachsendes Exemplar insgesamt an die zwei Millionen Samen aufweisen kann. Die Art fand man zumindest seit den 1850er Jahren vereinzelt in der finnischen Natur, aus dem Ballast von Segelschiffen stammend. Etabliert hat sich die Pflanze in der finnischen Natur, als sie in den 1910- und 1920er Jahren in den Schienenhöfen der Hauptstadtregion Fuß fasste, sowohl aus Russland als auch aus Nordamerika wurde sie mit Getreide und Viehfutter eingeschleppt.

Man kann die Art zumindest vereinzelt überall in Finnland entlang des Schienennetzes finden, die nördlichsten Fundorte befinden sich entlang des Schienenwegs bei Kemijärvi, und vom Straßenverkehr verbreitet trifft man sie sogar noch viel nördlicher an. Die Art scheint sich in Finnland nach wie vor auszubreiten, wegen des Bodens und des Klimas wird sie jedoch hauptsächlich eine exotische Beigabe auf den Unkrautwiesen in der Umgebung von Ansiedlungen bleiben. Die Größe der Triebe der Ungarischen Rauke und ihr Aussehen variieren stark mit den Verhältnissen am Standort, von zehn Zentimeter kleinen Mickerlingen bis zu über einen Meter hohen Riesen. Die am reichsten verzweigten Exemplare gehen, wenn sie sich gelöst haben, bei starkem Wind auf eine halsbrecherische Reise. In Finnland legen die Bodenroller im Winter auf dem Eis oder in offenem Gelände dann, wenn die Schneedecke gut trägt, das größte Tempo vor.

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