Lupinus nootkaensis Lupinus nootkaensis Lupinus nootkaensis

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Vielblättrige Lupine

Lupinus polyphyllus

  • Familie: Schmetterlingsblütengewächse – Fabaceae (Leguminosae)
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze.
  • Höhe: 60–100 cm. Stängel für gewöhnlich unverzweigt, manchmal später verzweigend, anliegend behaart.
  • Blüte: Blumenkrone zweiseitig symmetrisch, blau-blaurot oder manchmal hellrot, weiß oder bunt, 12–14 mm lang, schmetterlingsartig (fünf Blütenblätter, von denen zuoberst die Fahne, seitlich die Flügel, zuunterst das aus zwei Blütenblättern gebildete Schiffchen). Kelch zweilippig, obere Lippe deutlich kürzer als die untere. 10 Staubblätter, Staubfäden am Grund miteinander verwachsen. Gynoeceum einblättrig und mit einer Narbe. Blütenstand lange, dichte Traube am Stängelende.
  • Blätter: Wechselständig, langstielig, mit Nebenblättern. Blattspreite gefingert. 9–15 Fiederblättchen, spitz, ganzrandig.
  • Frucht: 2,5–4 cm lange, wenig behaarte, braune Hülse mit 5–9 Samen.
  • Standort: Gärten, Wegränder, Gleisböschungen, Brachland. Auch Zierpflanze.
  • Blütezeit: Juni–August.
  • Invasivitätsbewertung: Invasive gebietsfremde Art (Neophyt).

Die Vielblättrige Lupine ist in Finnland zu einem so wesentlichen Teil sommerlicher Straßenränder geworden, dass kaum jemand mehr sie sich als eingeschleppte Art vergegenwärtigt. Sie stammt jedoch ursprünglich aus den Gebirgen des westlichen Nordamerikas und wurde offensichtlich erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Zierpflanze in Finnland eingeführt. Viele sind der Meinung, dass man sie gar nicht hätte einführen sollen: Die Vielblättrige Lupine hat sich an den Rändern der großen Autostraßen und auf Brachäckern bereits in fast ganz Finnland ausgebreitet. Großwüchsig, wie sie ist, stellt sie die meisten einheimischen Böschungspflanzen in den Schatten, übertrifft mit ihrer besonderen Trockenresistenz die meisten ihrer Gesellschafter und die in den Wurzelknöllchen lebenden Bakterien binden zudem noch den für das Pflanzenwachstum nötigen Stickstoff. Der sich viel zu gut ausbreitende Neuankömmling bedroht bereits die Zukunft der ursprünglich vorkommenden Böschungspflanzen. Wenn die naturbelassene, abwechslungsreiche Blumenwiese erst einmal zu einem eintönig blauvioletten Lupinenmeer geworden ist, beginnen selbst die prächtigen kegelförmigen Blütenstände der Pflanze zu langweilen. Oft beobachtet man anfangs in einem Lupinenbestand unterschiedliche Farbtöne, mit der Zeit jedoch verändern sie sich alle zu einfarbigem Blau. Die Vereinheitlichung der Farbe hat mit der Vererbung zu tun: Die Gene für die blaue Farbe sind gegenüber denen, die beispielsweise eine weiße oder hellrote Blüte hervorrufen, vorherrschend, d. h. dominant.

Die Lupine wird man wohl nicht mehr loswerden, aber man kann versuchen, ihren Siegeszug zu verlangsamen. Einzelne Pflanzen kann man ausgraben, größere Bestände können durch Mähen in Schach gehalten werden. Bereits das Abbrechen der Blütenstände vor der Reifung der Samen kann die Ausbreitung an neue Standorte beschränken. Die Samen der Lupine sind über Jahrzehnte, sogar Jahrhunderte, keimfähig, sodass es bei einem etablierten Lupinenbestand einiger Beharrlichkeit bedarf.

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