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Waldgeißbart

Aruncus dioicus

  • Familie: Rosengewächse – Rosaceae
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Mit Pfahlwurzel.
  • Höhe: 0,8–1,5 m. Mehrstängelig. Stängel unverzweigt.
  • Blüte: Pflanze zweihäusig (Stempel- und Staubblüten auf getrennten Exemplaren). Blumenkrone strahlig, gelbweiß, ca. 5 mm breit; 5 Blütenblätter. Kelch fünfteilig. Viele Staubblätter. Gynoeceum mit getrennten Blättern, mehrere Fruchtblätter. Blütenstand kegelförmige Doppeltraube.
  • Blätter: Wechselständig, gestielt. Blattspreite 2–3-fach dreifiedrig. Fiederblättchen eiförmig, sehr spitz, doppelt gesägt, beinahe kahl. Zwischen den Teilblättchen kleine Fiederblättchen.
  • Frucht: Kahle, 3 mm lange, hängende Kapsel.
  • Standort: Stadtwälder, Wegränder, Brachland. Zierpflanze, manchmal Kulturflüchtling.
  • Blütezeit: Juli.

Der Waldgeißbart ist eine in Finnland verbreitet angebaute Staude und die bekannteste Art ihrer Gattung. Die Art ist eine der stattlichsten Bestandteile des Staudenbeetes: hoch wachsend, mit ausladendem Laubwerk und reich blühend. Im Herbst bekommt sie noch eine dekorative gelbe Herbstfärbung.

Der Waldgeißbart ist ausgesprochen variierend und einige seiner geografischen Formen werden sogar als eigene Arten gehandelt. Die männlichen und weiblichen Exemplare der zweihäusigen Pflanze sehen auch deutlich anders aus. Die weißen, eher lockeren Blütenstände der männlichen Pflanzen sind viel auffälliger, die Blütenstände der weiblichen Pflanzen sind grünlich gelblicher und dichter. Die männliche Pflanze ist auch nach der Blüte noch dekorativ, weil die Blütenstände nicht unschön braun werden. Wenn es am Standort nur ein Geschlecht gibt, bilden sich keine Samen, aber der Waldgeißbart verbreitet sich auch vegetativ. Wenn es im selben Hof beide Geschlechter gibt, finden sich schon bald überall die Keimlinge. Zur Bestäubung der weiblichen Pflanze könnte in der finnischen Natur gut auch der Blütenstaub des verbreiteten Echten Mädesüß (Filipendula ulmaria) dienen. Wenn sich der Waldgeißbart erst einmal angesiedelt hat, benötigt er überhaupt keine Pflege – genauer gesagt gedeiht er am besten, wenn man ihn in Ruhe lässt. Die weite Verbreitung des Waldgeißbarts umfasst fast die gesamte nördliche Erdhalbkugel, sodass es kein Wunder ist, dass er in Finnland auch ohne menschliche Pflege auskommt. Besonders großwüchsige Exemplare können über lange Zeit sich selbst überlassen als Überbleibsel des Anbaus überdauern. Der beste Platz ist nährstoffreich und die Feuchtigkeit speichernd mit reichlich Erde, am liebsten noch im Halbschatten. Auch im Sonnenschein kommt der Waldgeißbart zurecht, wenn nur der Untergrund feucht bleibt.

Aufgrund der äußeren Form des Blütenstands ähneln die Waldgeißbärte durchaus den ebenso als Zierpflanzen kultivierten Prachtspieren (Astilbe), diese gehören jedoch einer anderen Gattung an, eigentlich sogar einer anderen Familie, nämlich den Steinbrechgewächsen (Saxifragaceae). Von den Rosengewächsen ähnelt er am meisten wohl dem bereits erwähnten Echten Mädesüß.

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