© Copyright: Bilder: Jouko Lehmuskallio.
All rights reserved.

Waldveilchen

Viola reichenbachiana

  • Familie: Veilchengewächse – Violaceae
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Wurzelstock kurz, aufrecht.
  • Höhe: 10–15 cm. Stängel mit Blättern.
  • Blüte: Blumenkrone leicht zweiseitig symmetrisch, blaurot, 1,2–1,8 cm breit; fünf Blütenblätter, schmal, überlappen sich nicht, die untersten schmal, gerade, dunkel blauroter Sporn. Fünf Kelchblätter. 5 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, eine Narbe. Blüten einzeln in den Blattachseln, nickend.
  • Blätter: Grundrosette und am Stängel wechselständig, gestielt, mit Nebenblättern. Blattspreite breit herzförmig, gekerbt. Nebenblätter länglich-schmal, lang behaart und bewimpert.
  • Frucht: Dreiteilige Kapsel.
  • Standort: Humushaltige Laubwälder, Edelholzbestände, Haselgebüsche.
  • Blütezeit: Mai–Juni.

Das Waldveilchen ist eine außerordentlich bedrohte Art und auf Åland geschützt.

Das Waldveilchen ist eine anspruchsvolle mitteleuropäische Art der Laubwaldzone, deren typische Standorte fruchtbare, kalkhaltige Laubwälder sind. Das nördlichste bekannte Vorkommen der Art in Finnland wurde erst 1969 gefunden. Die bekannten, weniger als zehn finnischen Standorte befinden sich auf Åland in Lemland und Mariehamn, die meisten auf den Inseln vor Lemland. Das Waldveilchen ist so schwer zu bestimmen, dass es noch mehr unentdeckte Standorte der Art in den Schären geben kann. Das Waldveilchen ähnelt stark dem in ganz Finnland verbreiteten Hainveilchen (V. riviniana). Zur Blütezeit sind die Arten leicht anhand der Farbe der Blumenkrone und des Spornes sowie durch die Breite der Blütenblätter voneinander zu unterscheiden. Nach der Blüte ist die Unterscheidung der Arten schwierig, auch wenn dies durch die Untersuchung der Nebenblätter am Grund der Blätter gelingen kann: Die Nebenblätter des Waldveilchens sind schmaler und die Wimpern am Rand länger. Auf Åland kennt man auch Kreuzungen von Wald- und Hainveilchen, die Durcheinander hervorrufen können und die Artenbestimmung noch zusätzlich erschweren.

Wie für die Veilchen typisch hat auch beim Waldveilchen das unterste Blütenblatt, die Landefläche für Bestäuberinsekten, einen helleren Grund, zu dem vom Blütenblatt her dunkle Streifen, die Nektarstreifen, führen. Mithilfe dieser Wegweiser findet das Insekt seinen Weg zum Sporn des Blütenblatts, in den die Nektarien zweier Staubblätter ihren Nektar abgeben. Auch bei der Verbreitung machen sich die Veilchen die Insekten zunutze: Die Reste der Samenanlage des Fruchtbodens bilden mit ihren Samen ein fetthaltiges Anhängsel, das Elaiosom, dessen Geschmack bei den Ameisen recht beliebt ist. Während sie ihren Leckerbissen fressen, transportieren sie den Samen weiter weg von der Mutterpflanze, bis sie ihn zuletzt fallen lassen, manchmal im Ameisenhaufen, manchmal an einem neuen Standort.

Andere Arten derselben Gattung
Andere Arten derselben Familie

Follow us!



Arten bestimmen!

Sivun alkuun / Top of the page