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Wegdistel

Carduus acanthoides

  • Familie: Asterngewächse – Asteraceae (Compositae)
  • Wuchsform: Zweijährige krautige Pflanze.
  • Höhe: 30–120 cm. Stängel verzweigt, herablaufend, stachelig, filzig behaart. Stacheln bis zu 5 mm lang, kräftig, gelblich.
  • Blüte: Die Blüten bilden von den Deckblättern geschützte 2,5–3,5 cm breite Körbchen. Randblümchen am Körbchen fehlen; Scheibenblüten hellrotviolett – purpurrot (selten weiß), röhrenförmig. 5 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, zwei Narben. Außenkelch halbkugelförmig, Deckblätter überlappen sich in mehreren Reihen, linealisch lanzettlich, stachelspitzig. Körbchen in dichten Gruppen von 2–3 Körbchen oder manchmal einzeln. Körbchenstiele für gewöhnlich sehr kurz, herablaufend und stachelig, Körbchen aufrecht.
  • Blätter: Wechselständig. Blattspreite fiederspaltig, steif aufrecht, stachelig, auf der Unterseite entlang der grünen Nerven behaart, auf der Oberseite kahl werdend.
  • Frucht: Abgeflachte, leicht gekrümmte, kahle, knotige, glänzende, olivgrüne, 3–4 mm lange Nuss mit 11–13 mm langen unverzweigten oder nur schwach verzweigten Härchen an der Spitze.
  • Standort: Mülldeponien, Mühlengebiete, Schienen- und Wegränder, Ballastabladestellen.
  • Blütezeit: Juli–September.

Der Erfolg der riesengroßen Familie der Korbblütler beruht auf ihrem Formenreichtum. Eine Entwicklungslinie sind die kratzdistelartigen Pflanzen, die sich vor Pflanzenfressern – heutzutage auch vor dem Menschen – mit schrecklich aussehenden Stacheln schützen. Die finnischen Kratzdisteln und Disteln öffnen einen Blick auf die vielfältigen Schutzmechanismen dieser Pflanzen. In Finnland ist der Verfolgungsdruck durch die Pflanzenfresser wesentlich kleiner als in der Wiege des Formenreichtums der Kratzdisteln, an den von Schaf- und Ziegenherden beweideten Berghängen in den Mittelmeerländern. Die Kratzdisteln verlangen jedoch pflanzenfressende Säugetiere – oder den Menschen -, um ihren Standort frei zu halten, da sie an zuwachsenden und vergrasenden Standorten keine Chance haben.

Die Wegdistel ist die stacheligste finnische Art ihrer Gattung: Die Stacheln sitzen sowohl an den Rändern der Blattscheiden sowie inmitten der hellen Wollbehaarung am Körbchenstiel, allesamt kräftig, gerade und am Ende spitz, bis zu einen Zentimeter lang. Die Art gehört nicht zum festen finnischen Artenbestand, man trifft sie aber vereinzelt in Häfen an Ballastabladestellen, auf Mühlen- und Schienenanlagen. Meist findet man sie in Südfinnland, man kann der Art aber auch in den Hafenstädten des Bottnischen Meerbusens bis hin nach Oulu begegnen. Die Wegdistel wächst bereits als etablierte, wenn auch seltene Pflanze im Süden Schwedens und in Dänemark an sandigen Standorten.

Die Stacheligkeit ist wohl das beste Kennzeichen der Wegdistel: Das Blatt der weiter verbreiteten Krausen Distel (C. crispus) kann man beispielsweise in die Hand nehmen, ohne dass es besonders sticht. Die Arten unterscheidet man schon auf die Entfernung anhand der Färbung: Die Wegdistel ist vom Wesen her reiner grün als die Krause Distel, deren Blattunterseiten dicht hellbehaart sind.

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