© Copyright: Bilder: Jouko Lehmuskallio.
All rights reserved.

Weißer Senf

Sinapis alba

  • Familie: Kreuzblütengewächse – Brassicaceae (Cruciferae)
  • Wuchsform: Einjährige krautige Pflanze.
  • Höhe: 30–60 cm. Stängel verzweigt, kantig, gewöhnlich deutlich grobbehaart.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig, gelb, ca. 1,5 cm breit; vier Blütenblätter, 7–10 mm lang. Vier Kelchblätter, nach außen zeigend. 6 Staubblätter, von denen 4 lang und 2 kurz. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, eine Narbe. Blütenstand in der Fruchtphase länger werdende Traube.
  • Blätter: Wechselständig, gestielt. Blattspreite grobbehaart, unregelmäßig fiederspaltig, Endblättchen groß. Obere Laubblätter deutlich eingeschnitten.
  • Frucht: Dicht steifbehaarte, dreinervige, 2–4 cm lange Schote mit vielen Samen, an der Spitze Schnabel, so lang wie die Schote, flach, etwas gekrümmt, ohne Samen. Stiel der Schote ca. 10 mm. Samen hellgelb.
  • Standort: Felder, Brachland, Mülldeponien, Gärten, Bahnhöfe. Manchmal Zier- und Kulturpflanze und Überbleibsel des Anbaus oder Kulturflüchtling.
  • Blütezeit: Juli–September.

Der Weiße Senf ist in Finnland eine zufällige, wenngleich nicht sehr seltene Pflanze. Die in seinen flachschnabeligen Schoten reifenden gelben Samen eignen sich als Rohstoff für milde Senfsorten und der Rest des Triebes kann z. B. als Viehfutter verwendet werden. Die Samen des Weißen Senfs werden als Ganze verwendet, um die Haltbarkeit von sauren Konserven und gesäuerten Gemüsen zu verbessern, da sie das Wachstum von Schimmel und Bakterien verhindern. Auf den Geschmack haben sie keinen Einfluss. Der Senfgeschmack entsteht erst, wenn man die gemahlenen Samen in Flüssigkeit verrührt, wobei das in diesen enthaltene Enzym aktiv wird und das brennend schmeckende Senföl freisetzt. Die Aromen des Senfs verflüchtigen sich schnell und daher werden bei der Zubereitung auch Essig oder Zitronensäure zur Geschmackskonservierung eingesetzt. Zuhause sollte man Senf direkt vor dem Verzehr ohne diese Konservierungsstoffe zubereiten.

Der Weiße Senf ist unbestritten der wichtigste Rohstoff für industriell hergestellten Senf und Senf seinerseits ist in der ganzen Welt eines der am weitesten verbreiteten Küchengewürze. In Finnland war der Anbau von Weißem Senf als Gewürzpflanze unrentabel, aber manchmal wurde er im Rahmen der Vielfelderwirtschaft zur Bodenverbesserung und Schädlingsbekämpfung, sogar als Nektarpflanze für Bienen eingesetzt. Der Senfanbau scheint jedoch auch in Finnland allmählich in größerem Maßstab aufzukommen. Heutzutage wird in Finnland der Senf hauptsächlich aus Kanada eingeführt, jährlich Tausende von Tonnen.

Paradox, aber für die wirklich starken Senfsorten wird überhaupt keine Art der Gattung Senf verwendet, sondern Senf wird aus den Samen der zur Gattung des Kohls gehörenden Arten Schwarzer Senf (Brassica nigra) und Brauner Senf (B. juncea) hergestellt. Es ist durchaus möglich, diese Arten in Finnland vereinzelt eingeschleppt zu finden, dafür bedarf es aber schon besonders großen Glücks – und einer fundierten Artenkenntnis. Die Unterscheidung der Kreuzblütler sogar was die Gattung angeht, ist nicht immer einfach – die nah verwandten Senfarten und die Kohlarten sind manchmal sogar derselben Gattung zugeordnet worden.

Andere Arten derselben Gattung
Andere Arten derselben Familie

Follow us!



Arten bestimmen!

Sivun alkuun / Top of the page