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Weißer Stechapfel

Datura stramonium

  • Name auch: Gemeiner Stechapfel
  • Familie: Nachtschattengewächse – Solanaceae
  • Wuchsform: Einjährige krautige Pflanze.
  • Höhe: 20–120 cm. Stängel stumpfkantig.
  • Blüte: Strahlig. Blumenkrone weiß oder blaurot, verwachsenblättrig, trichterförmig, langröhrig, schwach fünfteilig, 50–100 mm lang, Rand gefurcht. Kelch verwachsenblättrig, zylindrisch, kantig, fünfteilig, Lappen unterschiedlich groß. Fünf Staubblätter, Staubbeutel an der Röhre der Blumenkrone festgewachsen. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, zwei Narben. Blüten einzeln in den Blattachseln.
  • Blätter: Wechselständig, gestielt. Blattspreite breit eiförmig, grob gezähnt, dünn.
  • Frucht: Aufrechte, eiförmige, stachelige, 35–70 mm lange, sich vierteilig öffnende Kapsel. Der Grund des Kelchs bleibt als Ring unter der Kapsel erhalten.
  • Standort: Häfen, Holzabladeflächen, Brachland, Mülldeponien, Gärten. Auch Zierpflanze.
  • Blütezeit: Juli-Oktober.

Die für Nachtschattengewächse charakteristische Eigenschaft sind die zahlreichen, meist sehr giftigen Alkaloide. Viele haben sehr konkrete physiologische Auswirkungen, sodass es leicht zu verstehen ist, dass viele von ihnen zu den ältesten Medizin- und Zauberpflanzen zählen.

Die größte Artenvielfalt der Stechäpfel gibt es in den tropischen und subtropischen Teilen Amerikas, zur Gattung gehört aber ebenso ein kosmopolitisches Unkraut, das man vereinzelt auch in Finnland bis zum Polarkreis antrifft. Mit etwas Glück kann man es im Hafen, auf der Mülldeponie, auf Brachland oder in einem Garten als alte Heilpflanze finden.

Wegen seiner Gifteigenschaften hat der Stechapfel überall auf der Welt Böses verheißende Namen erhalten. Die Amerikaner nennen ihn „Jimson weed“: „Jimson“ ist eine Verballhornung von Jamestown. Dieser erste Vorposten der Engländer auf dem nordamerikanischen Kontinent wurde 1676 bei einem Aufstand abgebrannt, bei dem die Küchensklaven den englischen Soldaten Triebe des Stechapfels als Suppengewürz untermischten, mit absehbaren Folgen.

Im Stechapfel sind zahlreiche Tropanalkaloide enthalten, dieselben Substanzen wie in vielen anderen Gattungen und Arten der Familie der Nachtschattengewächse. Die gesamte Pflanze ist giftig, ganz besonders ihre Blätter und Samen. Im Laufe der Zeit erfand man sowohl gute als auch zweifelhafte Verwendungsmöglichkeiten für die Pflanze. In der Medizin werden mit den Alkaloiden des Stechapfels u. a. Asthma, Muskelkrämpfe und die Parkinsonsche Krankheit behandelt. Nach Überlieferungen kann man aus der Pflanze auch ein Gift gewinnen, das sogar über Jahre hinweg im Organismus verbleibt und sein Opfer erst nach langer Zeit tötet. Man behauptete auch, dass der Stechapfelauszug Mut verleiht und die Potenz stärkt, auf eigene Faust jedoch sollte man den Wahrheitsgehalt dieser Angaben auf gar keinen Fall testen.

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