© Copyright: Bilder: Jouko Lehmuskallio.
All rights reserved.

Weißes Drüsenweidenröschen

Epilobium ciliatum

  • Familie: Nachtkerzengewächse – Onagraceae
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Am Grund Überwinterungsrosette mit dicken Blättern und Überbleibseln vertrockneter Grundrosetten.
  • Höhe: 30–100 cm. Stängel unverzweigt-verzweigt, aufrecht verzweigt, kantig, am unteren Teil kahl, am Oberteil mit drüsigen und gebogenen Härchen, oft rötlich.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig, weiß (oft hellrötlich), 3–4 mm lang; 4 Blütenblätter, an der Spitze eingekerbt, so lang wie der Kelch. Vier Kelchblätter. 8 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, eine Narbe, Narbe keulenförmig; Fruchtknoten unter der Blütenhülle, drüsig und gebogen behaart. Blütenstand lockere, mit Blättern besetzte Traube.
  • Blätter: Als Grundrosette und am Trieb gegenständig (in den Blütenständen wechselständig), sehr kurzstielig. Blattspreite eiförmig, am Grund rund, stark spitz zulaufend, gesägt, kahl, rein-grün.
  • Frucht: Röhrenförmige, 4-teilige, 5–8 cm lange Kapsel.
  • Standort: Gärten, Höfe, Blumenbeete, Ufer, Gräben, Wegränder, Holzschlagflächen, Brachland.
  • Blütezeit: Juli–August.
  • Invasivitätsbewertung: Invasive gebietsfremde Art (Neophyt).

In Finnland kommen insgesamt 18 Weidenröschenarten vor, wenn man die fünf etablierten eingeschleppten Arten mitzählt. Das Weiße Drüsenweidenröschen stammt ursprünglich aus Nordamerika, hat sich aber mit dem Menschen zusammen nach Europa und zuletzt über Schweden auch nach Finnland ausgebreitet. In Finnland wurde es zum ersten Mal 1915 in Lohja gefunden. Zur selben Zeit haben sich auch das Drüsige Weidenröschen (E. adenocaulon) und das Alaskaweidenröschen (E. glandulosum) in Finnland angesiedelt. Plötzlich gab es in der finnischen Natur eine Schar neuer, sich einander stark ähnelnder Weidenröschen und es dauerte seine Zeit, bis man gelernt hatte, sie voneinander zu unterscheiden.

Die nordamerikanischen Weidenröschen haben sich ungeheuer schnell auf neuen Flächen ausgebreitet, besonders das Drüsige Weidenröschen liegt an der Spitze der Neophyten des 20. Jahrhunderts. Das Weiße Drüsenweidenröschen war bei der Eroberung Finnlands etwas weniger schnell. Der größere Feuchtigkeitsbedarf der Art und die geringere Fähigkeit, in die naturbelassene Vegetation einzubrechen, ließen es weiter südlich bleiben und zudem auch seltener und weniger verbreitet als seine Verwandten. Es mag an seiner Nordgrenze noch keine sehr starke Stellung errungen haben, hat sich aber wohl zumindest als Bestandteil des Bestandes in Süd- und Mittelfinnland etabliert. Die amerikanischen Weidenröschen sind ein warnendes Beispiel dafür, dass Pflanzen, die aus entsprechenden Klimazonen wie in Finnland eingeführt oder mit dem Menschen eingeschleppt wurden, in Finnland so gut gedeihen können, dass sie die ursprünglich vorkommenden Arten zu verdrängen drohen.

Das Weiße Drüsenweidenröschen unterscheidet man vom Drüsigen Weidenröschen außer an der hellen Farbe der Blumenkrone und der geringeren Größe auch an den spärlichen Erkennungsmerkmalen an den Samen. Oft ist das aufrecht verzweigte Weiße Drüsenweidenröschen schon von seiner Erscheinung her deutlich anders als das fächerartig verzweigte Drüsige Weidenröschen. Zusätzlich sind seine Blätter kleiner, gestutzter, feiner gezähnt und reiner grün, die Bestimmung der blütenlosen Pflanzen ist aber trotzdem oft sehr schwierig.

Andere Arten derselben Gattung
Andere Arten derselben Familie

Follow us!



Arten bestimmen!

Sivun alkuun / Top of the page