© Copyright: Bilder: Jouko Lehmuskallio.
All rights reserved.

Wiesenbärenklau

Heracleum sphondylium

  • Familie: Doldengewächse – Apiaceae (Umbelliferae)
  • Wuchsform: Zwei- oder mehrjährige krautige Pflanze.
  • Höhe: 50–150 cm. Stängel grobbehaart, 5–20 mm dick, hohl, an den Knotenstellen Zwischenwände.
  • Blüte: Blumenkrone strahlig (Randblümchen manchmal etwas zweiseitig symmetrisch und größer als andere), weiß-hell gelbgrün, gewöhnlich ca. 5 mm (manchmal bis zu ca. 15 mm) breit; 5 Blütenblätter. Kelchblätter klein-verkümmert. 5 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, zwei Griffel, zwei Narben. Blütenstand bis zu 20 cm breite Doppeldolde, 15–45 Dolden zweiter Ordnung. Hüllblätter der Hauptdolde frühzeitig abfallend, Hüllchen der Dolden zweiter Ordnung verbleibend.
  • Blätter: Wechselständig, gestielt, Blattgrund scheidenartig. Blattspreite unpaarig gefiedert, 5(–7) Fiederblättchen. Fiederblättchen fiederspaltig, spitz, gesägt, auf der Unterseite behaart.
  • Frucht: Breit längliche – rundliche, auf der Rückenseite sehr flache, zweiteilige, kahle-behaarte, manchmal schuppig behaarte, schwach geriefte, breit häutig berandete, 7–8 mm lange Ölfrucht, Ölgänge schmal, linealisch.
  • Standort: Höfe, Gärten, Laubwälder, verwaldende Felder, Brachland, Häfen, Weg- und Straßenränder, Schienenböschungen.
  • Blütezeit: Juli–August.

Der Wiesenbärenklau ist eine formenreiche Pflanze: In Finnland trifft man ihn in bis zu vier verschiedenen Formen an, die in zwei Unterarten und deren Varietäten eingeteilt sind. Die Unterart des Gewöhnlichen Wiesenbärenklaus (ssp. sphondylium) ist eine eher seltene, am ehesten über Rasensamen, Ballast und das deutsche Heer eingeschleppte, in einigen südfinnischen Städten etablierte Pflanze. Seine Erkennungsmerkmale sind die weiße Blumenkrone, die an den Randblümchen der Dolden zweiter Ordnung etwas unsymmetrisch ist (außenstehende Blütenblätter größer als andere). Der Grünblühende Wiesen-Bärenklau (ssp. sibiricum) mag auf Åland eine indigene Pflanze von Hainwäldern sein, ist aber in der Hauptsache ein aus dem Osten in Kriegs- und Friedenszeiten eingeschleppter Neophyt, der sich heutzutage weitgehend an Wegrändern, auf trockenen Wiesen und Brachflächen in Süd- und Mittelfinnland, seltener auch nördlicher, angesiedelt hat. Man erkennt ihn an der gelblichgrünen, etwas strahligen Blumenkrone. Beide Unterarten teilen sich noch in Varietäten auf, die man hinsichtlich der Behaarung des Fruchtknotens und der Früchte voneinander unterscheidet.

Von der Keimung bis zur ersten Blüte des Bärenklaus können gut zehn Jahre vergehen. Ein Teil der Pflanzen blüht nur einmal im Leben, im besten Falle bis zu zehn Mal. An den Bärenklaupflanzen herrscht ziemlicher Betrieb, wenn Insekten von bis zu hunderten verschiedener Arten die Blüten besuchen. Die wichtigsten Bestäuber sind verschiedene Mücken, Fliegen, Hautflügler, Schmetterlinge, Fransenflügler und Käfer wie z. B. die bunten Bockkäfer.

Der Gattungsteil des wissenschaftlichen Namens des Bärenklaus ist Herakles, dem starken Helden der antiken Sagenwelt, gewidmet. Er mag auf die riesige Größe der zur Gattung gehörenden Arten verweisen oder vielleicht auch auf die vielfältigen Heilwirkungen der Pflanze. Die Wurzeln, Blätter und Spaltfrüchte des Bärenklaus wurden zur Herabsetzung des Blutdrucks, zur Förderung der Verdauung, zur Behandlung von Epilepsie, Ausschlägen und Monatsbeschwerden verwendet. Die aus den Spaltfrüchten hergestellte Tinktur wurde ihrerseits zur Stärkung des sexuellen Verlangens eingesetzt – die sibirischen, mit den Finnen verwandten Völker sollen zumindest aus Bärenklau erfolgreich Schnaps gebrannt haben. Als Laie sollte man den Wiesenbärenklau jedoch in Ruhe lassen, da der Pflanzensaft giftig ist. Bereits die bloße Berührung der Pflanze, besonders im Sonnenlicht, kann die Haut stark reizen.

Andere Arten derselben Gattung
Andere Arten derselben Familie

Follow us!



Arten bestimmen!

Sivun alkuun / Top of the page