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Wiesenküchenschelle

Pulsatilla pratensis

  • Lat. Name auch: Anemone pratensis
  • Familie: Hahnenfußgewächse – Ranunculaceae
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Wurzelstock kurz, aufrecht, wenig polsterbildend.
  • Höhe: 5–25 cm. Stängel unverzweigt, kompakt, behaart, bis auf den Wirtel unterhalb der Blüte blattlos, nach der Blüte länger werdend.
  • Blüte: Blütenhülle schmal glockenartig, rötlich dunkelviolett, 3–4 cm breit. Sechs Blütenblätter in zwei Wirteln, alle fast gleich groß, außen glänzend weiß behaart. Viele Staubblätter, Staubbeutel gelb. Gynoeceum mit getrennten Blättern, mehrere Fruchtblätter. Blüte einzeln am Ende des Blütenstiels, nickend.
  • Blätter: Als Grundrosette, gestielt, Stiele behaart, entwickeln sich erst nach der Blüte. Blattspreite gewöhnlich dreifach fiederspaltig. Lappen schmal, bis zu 150 Lappen am Blatt. Hochblätter als Wirtel unterhalb der Blüte, ca. 30 Stück, am Grund miteinander verwachsen, eher breit, an der Spitze schwach geteilt, gerade, weiß behaart.
  • Frucht: Ca. 3 mm lange Nuss, am Ende 5–6 cm lang, behaarter Stachel. Mehrere Nüsse zusammen.
  • Standort: Sandige und schotterige Trockenwiesen, Wegränder.
  • Blütezeit: April–Mai.

Die Küchenschellen sind Steppenpflanzen, die während des Kontinentalklimas und bei einer dünnen Pflanzendecke nach der Eiszeit nach Finnland kamen. Damals waren sie wahrscheinlich genauso verbreitet und zahlreich wie heutzutage beispielsweise auf den Steppen Osteuropas. Mit der Zunahme der Wälder gerieten die Küchenschellen in Finnland in Bedrängnis und sie haben sich in der Natur nur an meist trockenen, sonnenbeschienenen Kiesabhängen und entsprechenden Standorten halten können. Brandrodung, leichte Beweidung und andere geringfügige Störungen sind für sie nur von Vorteil, da sie in einer geschlossenen Pflanzendecke nicht zurechtkommen.

Als seltene Küchenschellen wachsen in der finnischen Natur zwei indigene Arten, die sehr seltene Fingerküchenschelle (P. patens) und die etwas verbreitetere Frühlingsküchenschelle (P. vernalis). Das Auftauchen der relativ nah außerhalb der finnischen Grenzen, auf der karelischen Landenge und in Estland wachsenden Wiesenküchenschelle auf der finnischen Seite wurde schon lange geargwöhnt. Die Funde erwiesen sich bisher als verblühte Frühlingsküchenschellen, deren Blütenblätter nach der Blüte zum Schutz der sich entwickelnden Samen zusammengefallen waren, bis schließlich ein Fund an einem kleinen wiesenartigen Weg auf einer Festungsinsel im Archipelmeer die Wiesenküchenschelle endgültig zur finnischen Flora hinzufügte. Die Nuss der Küchenschellen endet in einem aus dem Griffel des Fruchtblattes entstandenen langen, weich behaarten Haar, mit dessen Hilfe die Samen über weite Strecken fliegen und sich verbreiten können. Wie auch bei den meisten anderen Arten der Gattung ist die gegenwärtige Verbreitung der Wiesenküchenschelle sehr aufgesplittert und die Vorkommen befinden sich weit voneinander entfernt als kleine Flecken an günstigen Standorten. Man sollte meinen, dass es in Finnland für die Wiesenküchenschelle genügend passende Standorte gäbe: Beispielsweise könnten auf Kieshängen und Moränenrücken durchaus noch neue Vorkommen gefunden werden. Ab und an sieht man die Wiesenküchenschelle auch in Gärten eifriger Hobbygärtner, die der Art als Brückenkopf für die Eroberung von Finnland dienen könnten.

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