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Wunderveilchen

Viola mirabilis

  • Familie: Veilchengewächse – Violaceae
  • Wuchsform: Mehrjährige krautige Pflanze. Wurzelstock aufrecht, mit großen Schuppen, braun.
  • Höhe: 15–30 cm. Im Frühjahr Stängel fast blattloser Blütenstiel, später wachsender Stängel mit Blättern kräftig, halbseitig behaart.
  • Blüte: Blumenkrone schwach zweiseitig symmetrisch, hell blaurot, ca. 2 cm breit; fünf Blütenblätter, schwach eingebuchtet, am untersten sitzt ein Sporn. Fünf Kelchblätter. 5 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, eine Narbe. Blüten einzeln, nickend, leicht duftend.
  • Blätter: Grundrosette und am Stängel wechselständig, gestielt, mit Nebenblättern. Blattspreite breit herzförmig-nierenförmig, gekerbt, auf der Unterseite wenig behaart, hellgrün. Nebenblätter länglich-schmal, ganzrandig, bald verwelkend.
  • Frucht: Längliche, kahle, sich dreiteilig öffnende, ca. 10 mm lange Kapsel. Blütenstiel in der Fruchtphase aufrecht, nur an der Spitze gekrümmt.
  • Standort: Laubwälder, am Fuß von Abhängen, Wiesen in Laubwäldern.
  • Blütezeit: Mai.

Das Wunderveilchen trifft man am wahrscheinlichsten in humusreichen Laubwäldern in Gesellschaft des Adels der finnischen Waldnatur an, wie der Winterlinde, dem Gewöhnlichen Hasel, dem Gemeinen Seidelbast, dem Ährenchristophskraut und dem Dunklen Lungenkraut. Am verbreitetsten ist die Art in Finnland an der Südküste bis in die Gegend von Süd-Häme, stellenweise ist sie auch in den Hainwäldern von Nord-Savo und Nordkarelien recht häufig. Die nördlichsten Vorkommen befinden sich in Kainuu und am Unterlauf des Kemi-Flusses.

Carl von Linné persönlich gab dem Wunderveilchen seinen „wunderlich, bewundernswert, etwas Besonderes“ bedeutenden Artennamen mirabilis. Die Art ist allerdings groß und stattlich, der Hintergrund für den Namen scheint aber dennoch die Formenänderung der Pflanze übers Jahr zu sein, die unter den finnischen Veilchen einzigartig und unter den sonstigen krautigen Pflanzen in Finnland selten ist. Aus den Knospen des Wurzelstocks treiben im Frühjahr eine große Grundrosette und die recht langstieligen, eher großen und wohlriechenden Blüten aus. Im Laufe des Sommers entwickelt sich aus dem Wurzelstock der hohe oberirdische Trieb, an dem kurzstielige Blätter und einige, sich nicht richtig öffnende Blüten ohne Blumenkrone sitzen. Im Herbst verwelken die oberirdischen Teile und der Entwicklungskreislauf beginnt von vorne.

Die stattlichen Frühjahrsblüten sind für das Menschenauge prächtig, erbringen oft aber nur wenig Samen. Die Gründe für die geringe Samenproduktion sind nicht ganz geklärt, die kleine Zahl von Bestäubern im Frühjahr in den schattigen Laubwäldern und der versteckte Sitz der Blüten unter den großen Blättern sind wohl die wichtigsten Faktoren. Die Samenproduktion der selbstbestäubenden Sommerblüten ist ausnahmslos gut, sodass die Vermehrung des Wunderveilchens gesichert ist. Unter den Nachkommen gibt es allerdings keine genetischen Variationen, was für den Fall nötig wäre, dass sich die Zeiten für die an die herrschenden Bedingungen angepassten Pflanzen zum Schlechteren wenden. Das Wunderveilchen ist auch sonst eine empfindliche Art, da seine Rhythmen langsam sind und der Weg vom Samen zum blühenden Exemplar in der finnischen Natur mindestens sechs Jahre, oft sogar ein volles Jahrzehnt dauert.

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