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Bittersüßer Nachtschatten

Solanum dulcamara

  • Familie: Nachtschattengewächse – Solanaceae
  • Wuchsform: Mehrjähriger, für gewöhnlich kletternder Halbstrauch.
  • Höhe: 20–200 cm. Stängel am Grund verholzt, kletternd, am Boden anliegend oder aufrecht.
  • Blüte: Strahlig. Die dunkel blaurote Blumenkrone ist 10-15 mm breit, verwachsenblättrig mit kurzer Kronröhre und flachen Kronblattzipfeln, fünfteilig. Am Grund jedes Lappens oft zwei grünliche Knoten. Der Kelch ist glockenartig, fünfteilig, ca. 2 mm lang. Das zweizählige Gynoeceum ist verwachsenblättrig und hat einen Griffel und zwei Narben. Fünf Staubblätter. Die Staubbeutel sind miteinander verwachsen und umgeben den Griffel des Fruchtblatts.
  • Blätter: Wechselständig, gestielt. Die Blattspreite ist entweder ungeteilt, spießförmig oder für gewöhnlich fingrig dreiteilig (-gefiedert). Die Zahl der Basallappen am Blattgrund kann von einem bis zu vier variieren. Die Blattspreite der ungeteilten Blätter ist eiförmig-herzförmig. Die Fiederblättchen, Lappen oder ungeteilten Blätter sind ganzrandig. Am Meeresufer wachsend Blätter fleischiger als im Binnenland.
  • Frucht: Längliche oder eiförmige, glänzende, rote, ca. 10 mm lange Beere.
  • Standort: Ufergebüsche, Schwarzerlenmoorwälder, Röhricht, Gräben, Stein- und Sandstrände, Brachland. Auch Zierpflanze.
  • Blütezeit: Juni-August.

Zu den verholzenden Kletterpflanzen zählt man in Finnland neben dem Bittersüßen Nachtschatten nur die Waldrebenart Clematis alpina subsp. sibirica. Die Farbenpracht des Bittersüßen Nachtschattens wurde schon früh bemerkt und er wurde bis an den Polarkreis als Zierpflanze eingesetzt. Der Schwerpunkt des Verbreitungsgebiets der natürlich vorkommenden Art liegt in Südwestfinnland in nassen Schwarzerlenmoorwäldern, feuchten Gesträuchen und an Ufern.

Der giftige Bittersüße Nachtschatten wurde früher als Heilpflanze verwendet. Er hatte auch seinen Platz im abergläubischen Volksbrauchtum: Man glaubte, dass er im Eingangsbereich von Pferde- und Viehställen das Vieh vor Unglück, das Hexen hervorrufen, schütze. Die gesamte Pflanze ist sehr giftig. Die in ihr enthaltenen Alkaloide schädigen die Verdauungsorgane und lähmen das Zentralnervensystem. Er ist keiner der giftigsten Vertreter seiner Familie, aber Kinder haben durch das Naschen an den lecker aussehenden Beeren des Bittersüßen Nachtschattens ernsthafte Vergiftungen erlitten. Vögel, besonders Drosseln, fressen die Beeren ohne Probleme. Der ertragreiche Bittersüße Nachtschatten bietet so oft auch bis weit in den Winter hinein Nahrung. Die Gattung des Nachtschattens ist eine der drei größten Samenpflanzengattungen und aus der Schar der gut zweitausend Arten hat so manche ihren Weg auch auf den Teller des Menschen gefunden: Am bekanntesten ist wohl die aus den Anden Südamerikas stammende Kartoffel (S. tuberosum). Bei den Nachtschattengewächsen sind auch die Aubergine (S. melongena), die Tomate (S. lycopersicum), die Paprika (Capsicum annuum) und der (Virginische) Tabak (Nicotiana tabacum) wichtige Kulturpflanzen.

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